Fotografieren in Hamburg.

Im Frühling ging es für mich ein paar Tage in den hohen Norden - nach Hamburg. Doch was fotografiert man in so einer großen Stadt, wenn man nur zwei halbe und einen ganzen Tag zur Verfügung hat? Natürlich die Highlights und Must haves, aber auch die ein oder andere ungewöhnliche Perspektive auf Hamburgs Wahrzeichen. Hier gibt's alle Tipps und Tricks zum Fotografieren in der Hansestadt.

 

Das Wahrzeichen Hamburgs.

Jeder kennt es, jeder hat es schon mal auf einem Foto gesehen. Es ist einfach DAS Motiv in Hamburg schlechthin: das Wasserschlösschen. Dementsprechend war klar, dass auch ich dieses wunderschöne Gebäude im Herzen der Speicherstadt fotografieren muss. Das geht am besten von der Poggenmühlenbrücke aus. Aber Obacht: Ihr werdet nicht allein auf der Brücke stehen. Ich war schon eine Stunde vor Sonnenuntergang dort, um mir eine gute Position auf das Wasserschlösschen zu sichern, nach und nach trudelten einige weitere Motiv-Jäger ein. Mit etwas Glück leuchtet die Sonne in der goldenen Stunde seitlich in die Speicherstadt und bricht sich an einem der Fenster - dann könnt ihr einen schönen Blendenstern fotografieren.

Es lohnt sich auf jeden Fall, schon vor der blauen Stunde vor Ort zu sein. Die ist zwar das Highlight, doch auch der Sonnenuntergang ist wunderschön. Die Sonne geht leicht seitlich hinter der Speicherstadt unter und ihr habt einen freien Blick auf den gefärbten Himmel. Dann dauert es nochmal ein paar Minuten und die Lichter an den Gebäuden gehen an. Nun heißt es aber schnell sein: Denn schon nach wenigen Minuten fahren die ersten Besucherschiffe der "Lichterfahrt" durch die Kanäle und verschandeln euch euer Motiv! Ihr habt für die blaue Stunde also nur einen kurzen Zeitrahmen, den ihr perfekt treffen solltet. Ein Weitwinkel ist hier keine Pflicht, ich habe sogar eher mit 35-50mm fotografiert.

 

In der Speicherstadt.

Die Speicherstadt ist weltweit der größte historische Lagerhauskomplex - mitten im Hamburger Hafen. Sie steht seit 1991 unter Denkmalschutz und ist seit 2015 mit dem nahen Kontorhausviertel und Chilehaus auf der Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. Die Speicherstadt wurde zwischen 1883 und 1927 südlich der Altstadt auf den ehemaligen Elbinseln und Wohnquartieren Kehrwieder und Wandrahm als Teilstück des Hamburger Freihafens in drei Abschnitten erbaut.

Und dass sich ein Besuch im Welterbe lohnt, sollten diese Bilder zeigen. Ganz nah am Wasserschlösschen befindet sich die Ericusspitze mit dem Spiegel-Haus. Von der gegenüberliegenden Wasserseite könnt ihr das Gebäude im Anschluss gut und schnell fotografieren, die Spiegelung in der Elbe setzt dem Motiv die Krone auf. Hier ist tatsächlich eine kürzere Brennweite unter 28mm sinnvoll.

Im Kontorhausviertel, nur wenige Meter nördlich vom Wasserschlösschen, findet ihr das Chilehaus. Hier könnt ihr ebenfalls zwei tolle Motive fotografieren. Zum einen das Gebäude von außen - mit einer weitwinkligen Brennweite wirkt das Haus mit seinem spitzen Dach wie der Bug eine Schiffs, der auf euch zuragt. Ebenfalls lohnenswert ist zum anderen der Gang in den Innenhof des Chilehauses. Von dort könnt ihr eben jenen Innenhof aus Froschperspektive senkrecht nach oben ablichten. Hier müsst ihr ebenfalls ein Weitwinkel dabei haben und euch perfekt positionieren, sodass die Flucht in den Himmel schön symmetrisch wird.

 

Blick auf die Elbphilharmonie.

Das zweite große Highlight Hamburgs ist die Elbphilharmonie. Die Elbphilharmonie (oder Elphi) ist ein 2016 fertiggestelltes Konzerthaus in Hamburg. Sie sollte neues Wahrzeichen der Stadt und „Kulturdenkmal für alle“ werden. Das 110 Meter hohe Gebäude im Stadtteil HafenCity liegt am rechten Ufer der Norderelbe. Auf einem Sockel wurde ein moderner Aufbau mit einer Glasfassade gesetzt, die an Segel, Wasserwellen, Eisberge oder einen Quarzkristall erinnert. Die Lage am Kaiserhöft ist von der einstigen industriellen Hafennutzung und der neugotischen Backsteinarchitektur der Speicherstadt geprägt. Die Einweihung des Konzertbereichs erfolgte schließlich Anfang Januar 2017.

Den schönsten Blick auf die Elphi habt ihr auf der gegenüberliegenden Elbseite vom Musical "König der Löwen" aus. Fotografieren lohnt sich hier vor allem am Morgen zum Sonnenaufgang. Zuvor könnt ihr noch die blaue Stunde mitnehmen, wenn sich dann der Himmel bunt verfärbt und die Sonne sich an den Kanten des Gebäudes bricht, habt ihr die schönste Stimmung. Hier solltet ihr auf jeden Fall einen Brennweite um 50mm dabei haben, da die Distanz zwischen euch und dem Konzerthaus nicht gerade klein ist. Aber auch kürzere Brennweiten könnt ihr nutzen, wenn ihr eher die Skyline ablichten wollt.

 

Morgens am Hamburger Hafen.

Gerade auf der anderen Seite der Elbe habt ihr aber auch einen schönen Blick auf den Hamburger Hafen. Dort liegen die St. Pauli-Landungsbrücken. Die St. Pauli-Landungsbrücken sind eine große Anlegestelle auf schwimmenden Pontons für Fahrgastschiffe am Nordrand des Hamburger Hafens. Die Landungsbrücken entstanden erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts und mussten nach ihrer Kriegszerstörung in den 1950er Jahren teilweise neu errichtet werden. Wahrzeichen ist das Tuffsteingebäude mit Turm, das sich von den Landungsbrücken abhebt. Den besten Blick auf die Szenerie habt ihr am Stintfang oberhalb der U-Bahnstation. Hier lohnt sich ein Besuch in der blauen Stunde!

Danach solltet ihr aber entlang der Landungsbrücken herumziehen und euch auf Motivsuche machen. Ich habe dort vor allem mit längeren Brennweiten um die 70mm aufwärts experimentiert und mich auf kleinere Bildausschnitte fokussiert. Von der ersten Landungsbrücke aus habt ihr erneut einen schönen Blick auf die Elbphilharmonie, dieses mal aus einer anderen Richtung. Geade am Morgen scheint das erste Licht des Tages seutlich an die Fassade und bringt sie zum Glitzern.

 

Unterwegs in der Hansestadt.

Und sonst so? Hamburg bietet natürlich noch viel mehr - und irgendwie will ja auch der Tag genutzt werden. Hier solltet ihr auf jeden Fall dem Jungfernstieg und der Binnenalster einen Besuch abstatten. Gerade aus Richtung Lombardsbrücke mit Blick auf die Innenstadt könnt ihr die typische Hamburger Skyline ablichten. Besonders schön ist das im Frühling, wenn ihr Kirschblüten als Vordergrundelement in euer Bild einbauen könnt. Und so entfernt ihr auch ganz einfach störenden Spaziergänger! Habt ihr noch mehr Zeit, lohnt sich ein Besuch an diesem Spot zur blauen Stunde, wenn sich die Lichter der Gebäude im Wasser der Binnenalster spiegeln.

Zwei weitere Spots gibt es ebenfalls, die ich euch empfehlen möchte: Zum einen den Nikolaifleet, den ihr recht zügig von der Innenstadt erreicht. Von der Ostseite aus habt ihr einen Blick auf Fleet, alte Gebäude der Speicherstadt und die Elbphilharmonie im Hintergrund. Wichtig ist hier ein Teleobjektiv, um die Distanz zwischen Elphi und Fleet zu verdichten. So wirkt es, als stünde sie genau hinter den alten Häusern!

Außerdem solltet ihr den Bürogebäuden am Fischmarkt einen Besuch abstatten. Dort befindet sich nämlich das "Fenster zum Hamburger Hafen". Das Foyer des Gebäudes könnt ihr frei betreten und von dort die Glasfront mit der Tür, die sich auf dem Fußboden spiegelt, fotografieren. Dahinter: Der Blick auf einen der größten Containerumschlagplätze der Welt!

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Fotografie spüren. | Niklas Batsch

Fotografie spüren. - das bedeutet Landschaftsfotografie mit Leidenschaft, Herz und Seele. Hier berichte ich von meinen Fotoabenteuern und freue mich auf deinen Besuch!